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4.12. Suche nach dem Stammhaus Vögeli in Rüti/GL
4.12.1. Erste Begegnung mit dem Dorf Rüti
1103.1.Unterhalb dem oberen Strässchen die Alphütte in der die aus China zurückgekehrte Familie Voegeli-Günther 1923 Zuflucht fand. Dahinter die 1925 erbaute Pension Sunnahüüsli. Oberhalb dem unteren Strässchen das 1930 am ehemaligen Standort des Kaffeestübli das neu erbaute Hotel Tödiblick. Dahinter, leicht abgedeckt das Schulhaus BraunwaldIm Juni 2005 beschloss ich anlässlich meines anstehenden siebzigsten Geburtstages die ganze Familie für ein Wochenende nach Braunwald ins Märlihotel Bellevue zu Martin und Lydia Vogel einzuladen. Mit der ganzen Sippe führte uns ein Spaziergang hinauf, zum Schulhaus, am Hotel Tödiblick und am alten Sunnahüüsli vorbei, wo unsere zwei alten Grosstanten, (V10.4)Marie von Nolcken-Voegeli und (V10.2)Hanna von Radecki-Voegeli zusammen mit ihrer Dienerin Christine Bormann früher ihre kleine Pension geführt hatten. Dort war meine (V11.5)Mutter mit uns Kindern im Frühjahr 1940 anlässlich des drohenden Einfalls der Deutschen Wehrmacht in die Schweiz hingezogen und waren liebevoll wie Gäste empfangen und während mehreren Wochen aufgenommen worden, bis die politische Lage wieder als weniger bedrohlich beurteilt wurde.
Obwohl damals nur fünfjährig, war (V11.5.3)ich mir des Ernstes der Situation bewusst, sie wurde auch von unseren Eltern und Tanten nicht verharmlost. Dennoch fühlte ich mich dort oben in diesem heimeligen Châlet der alten Tanten völlig geborgen. Sie strahlten grosse Ruhe und Sicherheit aus. Ich wusste damals noch nichts über ihr bewegtes Leben und welche schweren Schicksalsschläge ihr Leben geprägt hatte.
Erst im Laufe meines Lebens kamen einzelne Bruchstücke dieser dramatischen Lebensgeschichten zum Vorschein. Vor allem dank dem, dass 1945 der Ehemann von Tante Gritli, (V11.4)Margaretha Johanna Probst-Voegeli, unser Onkel Ernst Probst-Voegeli erstmals alles damals verfügbare Material über die Familiengeschichte der Voegeli ausgewertet und aufgeschrieben hatte und ich die Kopie dieses Manuskriptes 1996 zufällig bei meiner Mutter unter einer Beige von alten Zeitungen und Illustrierten Heften entdeckte.
Ich machte mich daran in den Sommerferien, die handschriftlichen Notizen zu entziffern und auf meinen Computer zu bringen. Das Projekt Familiengeschichte war noch nicht geplant, aber die Neugierde geweckt. Als ich mich 1999 aus dem Berufsleben zurückgezogen hatte, stand mir nun grundsätzlich erstmals Zeit zur Verfügung mich gründlich den Fragen der Familiengeschichte Voegeli zu widmen.
Nach dem Tod meiner (V11.5)Mutter im Januar 2003 stiessen wir noch auf weiteres Material das dann von (V11.5.2.d)Christian Cerliani-Hauri sorgsam gesammelt und in Migros-Einkaufstaschen gesteckt wurde.
Als ich bei ihm die sieben Taschen anfangs 2007 abholte und das umfangreiche Material erstmals gesichtet hatte, packte mich die Neugier und Lust dieser Familiengeschichte nachzugehen. Auf dem Weg nach Linthal zu unserem bereits traditionellen Familientreffen im Juni im Märlihotel in Braunwald, zweigten wir nun etwas früher von der Hauptstrasse ab und fuhren erstmals durch die enge alte Hauptstrasse des kleinen Dorfes Rüti. In welcher Strasse oder Gasse und in welchem Haus hatte wohl die Familie unseres Auswanderers (V8.4)Balthasar Voegeli gewohnt? Von wo war er im Winter 1816/17 losgezogen? Diese Frage liess mich nicht mehr los.
4.12.2. Folianten des Genealogienwerkes von Johann Jakob Kubli-Müller
Zuerst ermittelte ich 2007 im Landesarchiv Glarus im dicken Folianten des Genealogienwerkes unsere männliche Ahnenreihe zurück bis ins Jahr 1570, als "Vögeli Fridli aus der Rüti, der ältere" bezeichnet, geboren wurde. In meiner Forschung jeweils am vorangestellten Zeichen (V1) erkennbar. Diese Ahnenreihe mit ihren Nachkommen ist im Kapitel 2.4 dargestellt. Um das Stammhaus zu finden setzte ich beim Vater des Auswanderers (V8.4)Johann Balthasar Vögeli an.
1105.1.V128a.1.IMG 5215S
1105.2.V128b.IMG 5216ein Vater, (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz aus Rüti verstarb am 28.03.1815. 1817, nach der Auswanderung seines Sohnes (V8.4)Balthasar Vögeli, blieb die Mutter (H36)Dorothea Vögeli-Heiz vorerst mit den folgenden sechs jüngeren Geschwister zurück:
(V8.5)Anna Vögeli geb. 20.3.1802 (Vide Kundert 207) = (K207)
(V8.6)Georg Vögeli geb. 30.11.1803 (Vide Vögeli 180) = (V180)
(V8.7)Magdalena Vögeli geb. 13.5.1806 (Vide Schindler 86) = (Schn86)
(V8.8)Gabriel Vögeli geb. 8.10.1808, verh. (Vide Vögeli 183) = (V183)
(V8.9)Johannes Voegeli-Kleinberg geb. 17.6.1810. Dieser folgte 1828 seinem Bruder (V8.4)Balthasar Voegeli nach Riga.
(V8.12)Paulus Vögeli geb. 30.07.1815 hat am 27.09.1834 den Heimatschein bezogen um in die USA Auszuwandern (er ist seither verschollen).
Die Mutter Dorothea Vögeli-Heiz verstarb 1827.
Bei der folgenden Untersuchung stellte ich die Daten aus dem Genealogienwerk im Landesarchiv Glarus so zusammen, dass ich zurückverfolgen konnte, welche Familien das damalige Familienhaus hätten erben können. Das schien mir eine Möglichkeit, das herauszufinden.
Ob die von mir gewählte Methode allerdings zum Erfolg führen würde blieb damals offen. Es schien mir ein Versuch wert.
Um die Personendaten systematisch darzustellen und allfällige Verwechslungen infolge gleicher Vornamen auszuschliessen, wählte ich folgende Darstellung:
Vor den Namen steht, nach dem Kürzel (z.B. (V) für Vögeli) für den Geschlechtsnamen, eine ein- bis zweistellige Zahl mit ev. einer oder mehreren zusätzlichen Zahlen hinter einem Punkt (in Klammern). Sie bezeichnet die Generationenfolge der Vögeli-Linie, von der ersten uns bekannten Generation um ca. 1570 geboren, im Genealogienwerk als "Vögeli Fridli aus der Rüti, der ältere" aufgeführt, von mir als (V1) bezeichnet, bis z.B. zum Vater des Auswanderers, (V7.2)Gabriel Vögeli des zweiten Sohnes der siebenten Generation. Sein viertes Kind, der Auswanderer (V8.4)Balthasar Vögeli ist in der achten Generation der vierte Nachkomme.
4.12.2.1. Suche nach dem Standort des Stammhauses des Auswanderers
Bei der Suche des Stammhauses des Auswanderers versuchte ich alle Nachkommen die von den (V7.2)Eltern des Auswanderers abstammen und in Rüti zurückgeblieben sind zu erfassen. Im Genealogienwerk ging ich deshalb vom Familienstamm (Vögeli 128) =(V128), (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz aus.
Ich verfolgte darauf alle Stammlinien der überlebenden und in Rüti gebliebenen Nachkommen des Stammes (V128). In unserem Fall blieben nur noch vier Nachkommen und zwar mit dem Eintrag: (Vide Kundert 207), (Vide Vögeli 180), (Vide Schindler 86), (Vide Vögeli 183). Dies verwies auf jene Familienstämme, bei denen sich im Genealogienwerk weiterführende Einträge finden liessen.
Gewählte Darstellung für die Familienstammbäume:
Jedes Familienglied wird in der Excel-Tabelle einzeln als Balken dargestellt, der vom Geburtsjahr bis zum Todesjahr reicht. Ehepaare werden als ein Balkenpaar direkt untereinander dargestellt. Das Jahr der Eheschliessung ist mit fetten Strichen über die beiden Balken des Ehepaares bezeichnet.
Ihre direkten Nachkommen werden darunter in der Reihenfolge ihrer Geburt, jeder als einzelner Balken von Geburt bis zum Tod dargestellt.
Gehen diese direkten Nachkommen Ehen ein, dann wird der Nachkomme mit seinem allfällig angeheirateten Ehepartner in der Exceltabelle wieder als Balkenpaar dargestellt (ein schwarzer Pfeil verweist auf die Stelle weiter unten in der Tabelle, wo diese neue Familie dargestellt wird). Hat dieses Ehepaar seinerseits wieder Nachkommen, dann wird dieses Paar weiter unten nochmals als Balkenpaar dargestellt und darunter ihre Nachkommen und deren allfälligen Ehepartner wieder als Balkenpaare usw.
1107.1.2.Gew.Darst.inBalk
Einträge in den Balken zur Kennzeichnung der Personen und ihrer Einbindung im Stammbaumgefüge:
Bei der Suche nach dem Stammhaus (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz markierte ich in den Balken die mutmasslich direkt Erbberechtigten mit fetter roter Nummerierung. (Ohne Berücksichtigung des damals geltenden Erbrechtes)
Die mutmasslich nicht oder nur indirekt Erbberechtigten markierte ich in den Balken mit blauer Nummerierung und in blauer Normalschrift. (z.B. deren gemeinsame Kinder).
Bei allen vier nach 1834 in Rüti zurückgebliebenen, erbberechtigten Geschwister Vögeli der achten Vögeli-Generation beginnt die Nummerierung deshalb wie folgt: V8.5, V8.6, V8.7, V8.8 in fetter roter Schrift. (V8.9 wanderte 1828 aus und V8.12 1834).
Bei den Nachkommen dieser vier in Rüti gebliebenen Geschwister der direkten Erblinie weist die vorderste Zahl auf die nachfolgende Generation hin (von 8 auf 9) und erhöht sich darum, z.B. von 8.5 auf 9.5. Die mittlere Zahl (9.5.2) bleibt und hinter dem Punkt wurde z.B. eine zwei angehängt, sofern es sich in dieser neunten Generation (9.5.) z.B. um den zweitgeborenen Nachkommen handelt (9.5.2).
Zudem werden zur Unterscheidung zwischen den zuhause gebliebenen und den ausgewanderten Nachkommen von der achten Generation weg den nicht ausgewanderten statt einem V ein VR vorangestellt. Z.B. VR9.5.2. für Barbara Vögeli-Kundert.
Bei Ehen wird in den Balken beider Ehepartner vor dem entsprechenden Familiennamen die Familienverbindung dargestellt. Wird z.B. zwischen (Vögeli 128) Gabriel Vögeli und (H36) Dorothea Heiz eine Ehe geschlossen, so wurde das im Balken beim Ehemann wie folgt dargestellt:
"V128/H36 Gabriel Vögeli-Heiz" (in fetter Schrift, weil erbberechtigt)
und im Balken seiner angeheirateten Ehegattin wie folgt:
"H36/Vögeli128 Dorothea Vögeli-Heiz" (in normaler Schrift, weil mutmasslich nicht erbberechtigt).
Nicht berücksichtigen konnte ich mögliche Auswirkungen allfälliger Handänderungen ausserhalb der Verwandtschaft, die natürlich diese ganze Untersuchung illusorisch gemacht hätten.
Das Resultat der Suche nach allen Nachkommen ist in einem elfseitigen Dokument zusammengefasst und kann mit folgendem Link eingesehen werden:
(Beil.9.La_StammhausRüti.Nachk.doc)
4.12.2.2. Stammbäume jener vier Familien deren Nachkommen von (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz die nach seinem Tod 1806 und dem Tod seiner Frau (H36)Dorothea Voegeli-Heiz 1834 in Rüti verblieben sind.
Auf einem grossen Excel-Blatt stellte ich in Balkendiagrammen jene vier nach 1834 in Rüti verbliebenen Nachkommen von (V7.2)Gabriel und (H36)Dorothea Vögeli-Heiz dar.
(Beil.9.La_091232_4_StammbäumeVögeli.xls)
Auf den Zeilen 6 bzw.7 der Tabelle, sind mit je einem Balken aus dicken roten Linien der Vater (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz und die Mutter (H36)Dorothea Vögeli-Heiz des Ausgewanderten (V8.4)Balthasar Vögeli dargestellt und zwar von deren Geburt bis zu ihrem Tod.
Mit einem dicken schwarzen Rahmen über diese beiden Balken wird das Jahr ihrer Eheschliessung 1793 markiert.
Über den beiden Balken der Ehepartner ist in Klammern der Hinweis angebracht, dass diese Familie im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti unter der Familie "Vögeli 128" zu finden ist.
Vor dem Namen von Gabriel Vögeli-Heiz ist voraus in Klammern der Bezug zu seinem Vater Georg (Jörg) Vögeli angefügt, nämlich (V6.6,V100).
Nach dieser Klammer folgen die Generationen-Angaben für Gabriel Vögeli nämlich V7.2,V128. Die erste Angabe V7.2 bezeichnet ihn als zweites Kind der siebten Generation unserer Untersuchung und die Angabe V128, ist die Familiennummer unter der diese Familie im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti zu finden ist.
Es folgt nach einem Schrägstrich /H36, die Familiennummer seiner Frau unter der ihre Familie (Heiz 36) im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti aufgeführt ist.
Hinter dem Namen von Gabriel Vögeli-Heiz wird in Klammern zudem noch der Vorname seines Vaters (Georg) angeführt. Dieser Bezug zum Vater wird für alle in den Balken aufgeführten Personen dargestellt.
Der vollständige Eintrag im Balken lautet dann wie folgt:
(V6.6,V100),V7.2,V128/H36 Gabriel Vögeli-Heiz (Georg)
Unter dem Balkenpaar des Ehepaars (V6.6,V100),V7.2,V128/H36 Gabriel Vögeli-Heiz (Georg) auf Zeile 5 und H36/V128 Dorothea Vögeli-Heiz, auf Zeile 6 folgen die vier Balkenpaare der Ehen ihrer vier Nachkommen mit deren Ehepartnern. Links vor deren Balken sind auf der Balkenhöhe jeweils die Vornamen ihrer Väter sel. sowie deren Sterbejahr aufgeführt.
Diese Daten sind notwendig um Verwechslungen zu vermeiden, da immer wieder dieselben Vornamen und Familiennamen vorkommen.
Auch den einzelnen Balken vorangestellt sind die jeweiligen Familiennummern, unter dem diese im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti aufgeführt sind. Rot dargestellt sind die mutmasslich Erbberechtigten, blau die Zugeheirateten.
Es brauchte mehrere Besuche im Landesarchiv Glarus um im Genealogienwerk alle Daten für die Stammbäume der vier Nachkommen von 1834 bis etwa 1945 herauszufinden. Ich machte mit meiner Digitalkamera hunderte von Aufnahmen, die ich zuhause anschreiben, sortieren aber auch entziffern musste, bis sie für meine Zwecke verwendbar waren. Ich will hier nur die wichtigsten weiteren Familiennamen zu nennen auf die sich meine Untersuchungen neben den Nrn. 03 bis Nr. 460 der Familien Vögeli ausdehnen mussten um die Nachkommenslinien zu vervollständigen. Das waren vor allem die Familiendaten der Dürst, Hefti, Heiz, Kundert, Schindler, Schiesser und Wichser.
4.12.2.3. Hinweis auf die folgenden Nachkommen
Von den vier oben erwähnten Ehepaaren weist je ein schwarzer Pfeil auf die im Balkendiagramm weiter unten dargestellten Ehepaare ihrer verheirateten Kinder.
Als Familiengründer und mutmassliche Erben sind sie wieder je mit einem Balken aus dicken roten Linien dargestellt und darunter sind wiederum die Kinder jener Ehepaare mit schwarz dargestellten Balken angeführt. usw.
Alle Stammbäume der Familien der überlebenden Kinder mit ihren Ehen und deren Nachkommen sind, soweit sie in der Gemeinde Rüti wohnhaft geblieben sind, in diesem Balkendiagramm dargestellt und wurden, bis gegen 1900 weiterverfolgt.
Im Balkendiagramm ist jede Person mit Zeilennummern gekennzeichnet, die dann auch in den späteren Tabellen der potentiellen Eigentümer wieder zu finden sind. Einzelne Personen sind dort in der Zeile A mit zwei oder drei Nummern bezeichnet, weil sie im Balkendiagramm mehrmals vorkommen, ein erstes Mal als Kind des elterlichen Stammes und dann als Vater oder Mutter wenn sie eine eigene Familie gegründet haben.
Resultat: Balkendiagramm der vier Nachkommen von Vater (V7.2)Gabriel und Mutter (H36)Dorothea Vögeli-Heiz
Das Resultat war ein Excel-Blatt mit einem Format von etwa 65x65cm, mit den Balkengruppen von Familien die im Besitze des Stammhauses hätten sein können. Doch zeigte sich, dass sich mit diesen Balkendiagrammen alleine noch keine bestimmte Erbfolge ablesen liess. Es ergab sich kein sicherer Hinweis, weder welches Haus in Rüti der Familie gehört haben könnte, noch in welchen Händen es sich heute befindet. Der erste Versuch war misslungen. Das Balkendiagramm ist mit folgendem Link einsehbar:
(Beil.9.La_091232_4_StammbäumeVögeli.xls)
4.12.3. Zweiter Anlauf, Beizug weiterer Quellen
Ich war überzeugt, dass im Landesarchiv Unterlagen zu finden sein müssten die mir weiterhelfen könnten. Mit dem Archivar Beat Mahler diskutierte ich in welchen Büchern des Landesarchivs allenfalls frühere Besitzverhältnisse oder Wohnstandorte festgehalten sein könnten.
Er empfahl mir folgende Quellenwerke des Landesarchivs: (Beil.9.La/100815/Inh.Ordn.f.Landesarch.doc)
Catasterbuch von 1780, die erste steuerliche Erfassung des Grundeigentums,
Lagerbücher der Brandassekuranz aus drei Zeitabschnitten 1931 -1852 (ev. bis 1854), 1855 - 1864 und 1865 - 1894,
Liegenschaftenprotokoll von 1843, wahrscheinlich zur Steuerschatzung,
Register der Wahlgemeinde Rüti von 1848 und 1896 zur Erhebung der Wahlberechtigten,
Fragen zum Grundbuch sowie ein zugehöriger Grenzbeschrieb von 1849.
Aber zu allen diesen Dokumenten existieren keine Plangrundlagen.
Für mich stellte sich nun die Frage welche Daten aus diesen Dokumenten weiterhelfen könnten, den ursprünglichen Wohnsitz des Auswanderers (V8.4)Balthasar Voegeli zu eruieren.
Die wesentlichen Inhalte aller dieser Quellen habe ich in Exceltabellen dargestellt. Es würde hier viel zu weit führen auf alle die Bemerkungen und Notizen, die ich in meinem Arbeitsexemplar mit Bleistift am rechten Blattrand oder teilweise in den Tabellen anbrachte einzugehen. Es interessierte mich wo Personen- oder Liegenschaftennamen oder Nummern vorkommen könnten, die mir einen Hinweis auf einen oder mehrere in den Stammbäumen aufgeführte Nachkommen und damit auch in meiner Tabelle zu potentiellen Eigentümern führen könnten.
Ich versah in meinem Arbeitsexemplar alle Personen die in meinen Tabellen vorkamen mit der Zeilennummer, wo diese Personen auch im Balkendiagramm vorkamen.
Wo ich ein Bezug auf eine Familien Nr. im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti vermutete trug ich auch diese ein. Merkte ich hinter der Familiennummer z.B. V162 in Klammern (V130) an, so handelt es sich um den Vater des ersteren. Trug ich ein Kreuz ein und dahinter eine Jahreszahl, handelt es sich um ein Todesdatum.
In der Folge erwähne bei den einzelnen Quellenwerken in einem letzten Abschnitt die für die Stammhaussuche in Frage kommenden, allenfalls weiterführenden Untersuchungsresultate an.
4.12.3.1. Cadaster der Gemeinde Reütj mit Braunwald, District Schwanden von 1780. (Bibl. Nr. 134 IV)
Der Inhalt des Buches ist systematisch wie folgt dargestellt:
Spalte A: Bezeichnet die "Folio Nr." d.h. die Seite des Cadasterbuches in welchem der Eintrag steht.
Spalte B: Enthält "Namen und Vornamen der Eigentümer" im Zeitpunkt der Erfassung wahrscheinlich alle 1780.
Spalte C: Enthält die "Nr. der Liegenschaften". Es bleibt unklar, nach welcher Systematik die Nummerierung erfolgte, willkürlich, geografisch, quartiermässig?
Es werden Häuser, Hausteile, Ställe, Gärten, Gütchen gleich behandelt und offenbar alle als Liegenschaften bezeichnet.
Spalte E: Unter dem Stichwort: "Gattung der Liegenschaft" werden kaum nutzbare Erläuterungen eingefügt.
Spalte F: Hier sollten "zwey Hauptanstösser" genannt werden, um den Standort der Liegenschaft besser zu identifizieren, allerdings fehlen diese Angaben meist.
Spalte G - K: enthalten keine Angaben, die für unsere Studie relevant sind.
Leider liegen diesem Buch keine Pläne zu Grunde und bei der Nummerierung ist keine Systematik zu erkennen.
Für die Stammhaussuche interessierende Informationen in der Exceltabelle:
Ein einziger Eintrag nahm Bezug auf einen unserer Vorfahren. Erwähnt ist der Grundbesitz von (V6.6)Freibergschütz? Georg (Jörg) Vögeli, von Rüti, in Linthal, geb. 9.9.1739, gest. 24.10.1806. Grossvater des Auswanderers.
Im Fol.2 ist als Eigenthümer Jörg Vögeli Freischütz mit folgenden Liegenschaften vermerkt:
Nro. 27 ein Guth Gliss
Nro. 28 ein Haus
Nro. 29 ein Garten
Als Hauptanstösser ist Johannes Wichsers Glies eingetragen, der aber selbst im Cadaster nicht als Eigenthümer vorkommt.
Es fanden sich keine Dokumente, die über den Standort dieser Liegenschaften Angaben enthielten. In einer Dissertation über Flurnamen, unter anderem in der Gemeinde Rüti von Frau Gertrud Walch sind einzelne Flurbereiche abgegrenzt, die mit Nummern bezeichnet sind. Aber auch diese lieferten keine Hinweise.
(Siehe Exceltabelle Zeilen 32, 33, 34)
Beil.9.La_7.Cadaster1780.Tab.xls
4.12.3.2. Haupt Lagerbuch über die Brandversicherungsanstalt, betr. Rüti-Enethlinth 1831-1852. (Bibl.Nr.17 VII)
Früheste Jahresangabe 1831 und späteste 1852, wahrscheinliche Laufzeit der Einträge also 1831-1852. (In der Darstellung des Balkendiagrammes habe ich der Einfachheit halber die Laufzeit bis 1854 angenommen)
Spalte A: Weist auf den "Namen des Ortes", wo sich das versicherte Gebäude befindet. Dabei werden einerseits Gemeindeteile oder auch Flurnamen verwendet. Eine klare systematische Verwendung der Begriffe ist nicht ersichtlich.
Spalte B: "Nr. des Gebäudes". Die Nummerierung deckt sich nicht mit der Cadastererhebung von 1780.
Zudem kommen im Bereich der Nr. 29-38, sowie Nr. 56-58 die Nummern doppelt vor, es scheint, dass das Gebiet Enetlinth mit eigener Nummerierung versehen wurde. In meiner Tabelle werden diese doppelt aufgeführten Nummern mit einem (2) ergänzt.
Diese Nummerierung deckt sich nicht mit dem nachfolgenden Register zum Liegenschaften Protokoll von 1843 hingegen finden sie wieder Anwendung im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti 1849" und im "Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849 und Bemerkungen dazu".
Spalte C: "Benennung und Beschreibung des Gebäudes", umschreibt den Typ des Hauses, seine Art, wie Wohnhaus, Behausung, Einhausung, Stall und teilweise dessen Lage und in wenigen Fällen gewerbliche Bauten wie, Mülleli, Sage, etc. Oft gibt es Hinweise mit welchem Bau Nr. es zusammengebaut ist.
Spalten D - I: Erhält Angaben über die "Bauart und verwendete Materialien", dies ist für unsere Untersuchung nicht relevant.
Spalten J - K - L: Enthält den jeweiligen "Eigentümer und Daten über nachfolgende Handänderungen".
Spalte M und N: Enthält den "Tauf- und Geschlechtsnamen" des jeweiligen Eigentümers und dessen Wohnort.
Spalte O: Bezeichnet die "Versicherungssumme" in unterschiedlich bezeichneten Währungen, diese sind für uns nicht relevant.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
In den Zeilen 216, 217 wird in Enetlinth eine Behausung Nr. 36A an Nr. 37A sowie in den Zeilen 219, 220, 221 ein Theil Stall hinter dem Haus Nr. 37AB am 1. Nov. 1831 im Besitz von Georg Vögeli aufgeführt.
In den Zeilen 226, 227 wird in Enetlinth ein Teil Stall hinter dem Haus Nr. 36AB am 1. Dec. 1838 im Besitze von Georg Vögeli aufgeführt.
In den Zeilen 418, 419 wird im Gässli, unter Gebäudenr. 83 ein Haus am 1. Febr. 1831 im Besitz von (V7.2)Schützenmeister Gabriel Vögeli sel. Nachlass verzeichnet.
In den Zeilen 420, 421 wird am 1. Dec. 1836 und am 1. Dec. 1846 das Haus Nr. 83 im Besitz von (V8.6)Georg Vögeli verzeichnet, dem Bruder des Auswanderers.
In der Zeile 1516 wird im Dörfli unter Gebäudenr. 264 ein Stall, angebaut am Haus Gebäudenr. 83 am 1. Nov. 1840 im Besitz von (V8.6)Georg Vögeli und
In der Zeile 1517 dieser Stall Nr. 264 am 1. Nov. 1846 im Besitz von (V8.6)Georg Vögeli, Gabrielen sel. verzeichnet.
Beil.9.La_1.Lag.04-265.xls
Auszug aus der rund 1500 Zeilen umfassenden Tabelle der Abschrift des Hauptlagerbuches 1831 - 1852
1110.1.1.Beil.9.La 1.Lag.04-265.Auszug.jpg
4.12.3.3. Register zum Liegenschaften Protokoll des ehrsamen Tagwen Rüti 1843. (Bibl. Nr. 92 VII)
Bei diesem Register beschränkte ich mich auf die Analyse von Eintragungen über die Familien Kundert, Schindler und Vögeli, bei denen ein Zusammenhang mit unseren Nachkommen am wahrscheinlichsten ist.
Spalte A: Enthält eine fortlaufende "Nr", die wieder keinen Bezug zu anderen Nummerierung hat.
Spalte B - C: "Geschlechts- und Taufname des Eigentümers".
Spalte D: Die Überschrift konnte von mir nicht vollständig entziffert werden. Sie weist im Wesentlichen auf den "Titel und Beruf des Eigentümers" hin.
Spalte E: Enthält den "Taufname des Vaters", dessen allfälligen "Titel und Beruf". Das Kürzel "sel." hinter dem Namen weist darauf hin, dass im Zeitpunkt der Erhebung der Vater bereits gestorben ist.
Spalte F: Bezeichnet den "Heimatort des Eigentümers".
Spalte G: Bezeichnet den "Wohnort des Eigentümers". Er ist selten ausgefüllt.
Spalte H: Nähere Bezeichnung der "Gegend wo der Eigentümer wohnt". Das kann ein Flurname aber auch eine andere Gemeinde sein.
Spalte I: Zählt die "Liegenschaftennr." auf, die ihm (demselben Eigentümer) zugehören.
Hier tauchen erstmals in der Spalte I, Liegenschaftennummern auf, die sich auch in anderen Quellenwerken finden lassen, so im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti 1849" und im "Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849 und Bemerkungen dazu", als fortlaufende Nummern oder Liegenschaftennummern sowie im "Register der Wahlgemeinde Rüti 1848" und im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti 1854-1864".
Die fortlaufenden Nummern in Spalte A scheinen nur nach den Anfangsbuchstaben der Geschlechtsnamen sortiert zu sein und haben offenbar keinen Zusammenhang mit den Liegenschaftennummern in Spalte I. Auch diesem Register liegt kein Plan mit Liegenschaftennummern zugrunde.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
In der Zeile 114 wird unter Nr. 163 (V8.6)Vögeli Georg von Gabriel sel. in Reuti Dorf im Jahr 1843 als Besitzer von den Liegenschaftennrn 94, 95 und 115 aufgeführt.
Beil.9.La_2.1.Reg.Lieg.Prot.1843.xls
4.12.3.4. Register der Wahlgemeinde Rüti 1848. (Bibl.Nr.91.VII)
Bei diesem Register beschränkte ich mich auf die Analyse von Eintragungen über die Familien Kundert, Schindler und Vögeli, bei denen ein Zusammenhang mit unseren Nachkommen am wahrscheinlichsten ist.
Spalte A: Enthält eine "fortlaufende Nr." die wieder keinen Bezug zu anderen Nummerierung hat.
Spalte B - C: "Geschlechts- und Taufname des Eigentümers".
Spalte D: Sie enthält im Wesentlichen den "Titel, Stand, Beruf oder Begangenschaft"(?) des Eigentümers.
Spalte E: Enthält den "Taufname des Vaters", dessen allfälligen "Titel und Beruf". Das Kürzel "sel." hinter dem Namen weist darauf hin, dass im Zeitpunkt der Erhebung der Vater bereits gestorben ist.
Spalte F: Bezeichnet den "Heimatort des Eigentümers".
Spalte G: Bezeichnet den "Wohnort des Eigentümers".
Spalte H: Nähere Bezeichnung der "Gegend wo der Eigentümer wohnt". Das kann ein Flurname aber auch eine andere Gemeinde sein.
Spalte I: Zählt die "Nrn. der Liegenschaften" auf die ihm (demselben Eigentümer) zugehören.
Sie sind identisch mit den Liegenschaftennummern in der Spalte I im "Register zum Liegenschaftenprotokoll des ehrsamen Tagwen Rüti 1843", die sich auch in anderen Quellenwerken finden lassen, so im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti 1849" und im "Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849 und Bemerkungen dazu" als fortlaufende Nummern oder Liegenschaftennummern sowie im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti 1854-1864".
Die fortlaufenden Nummern in Spalte A scheinen nur nach den Anfangsbuchstaben der Geschlechtsnamen sortiert zu sein und haben offenbar keinen Zusammenhang mit den Liegenschaftennummern in Spalte I. Auch diesem Register liegt kein Plan mit Liegenschaftennummern zugrunde.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
Im Wahlregister von 1848 wird in Zeile 184 als Nr.10 Vögeli, (V8.6)Vögeli Georg, Gabriels. sel. von Rüti in Rüti mit den Liegenschaftennrn. 94, 95 und 115 aufgeführt.
Beil.9.La_4.Wahlreg.1848.xls
4.12.3.5. Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti, 1849. (Bilbl.Nr.90 VII)
Einlage lose: Im Frageheft ist über der Rubrik "Antworten" (nur) auf der ersten Seite vermerkt, dass im Mai 1849 geantwortet wurde. Die Fragen, wie die Antworten sind nicht dokumentiert.
Es wurden aus dem Frageheft nur jene Stellen bearbeitet, die eine Aussage bezüglich der Nachkommen der Familie von V7.2,V128/H36Gabriel Vögeli-Heiz vermuten liessen.
Spalte A: "Fortlaufende Nr." offenbar der Parzellen, da in Spalte E unter der Bezeichnung "Parzellen-Nummer" Bezüge zu den Nummern in Spalte A vorhanden sind.
Spalte B: "Liegenschaftenbeschrieb". Darunter werden die auf der Liegenschaft vorhandenen Bauten und Landstücke bezeichnet. Wird in Spalte B auf konkrete Gebäudenummern hingewiesen, so lassen sich diese auch in der Quelle "Haupt Lagerbuch über die Brandversicherungs-Anstalt, betr. Rüti-Enethlinth von 1831-1852" in Spalte B: Nr. des Gebäudes zurückverfolgen.
Spalte C: "Frage Nr.". Es werden Fragenummern aufgeführt.
Spalte D: "Grenzbeschrieb". Zur Präzisierung der Liegenschaftenabgrenzung werden anstossende Güter, Gärtchen sowie Bauten und deren Besitzer aufgeführt.
Spalte E: "Parz. Nr." Zur Präzisierung der Abgrenzung der in Spalte A fortlaufenden Nummern aufgeführten Liegenschaft werden hier die Parzellennummern der benachbarten Parzellen und Gebäuden aufgeführt. Diese finden sich auch in den fortlaufenden Nrn. in der Spalte A dieser Tabelle.
Spalte F: "Besitzer". Hier wird der Besitzer, der in Spalte I unter der fortlaufenden (Parzellen) Nr. aufgeführten Parzelle angeführt.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
In der Schlussphase der Untersuchung, wo sich das gesuchte Haus befinden könnte, war das Frageheft zum Grundbuch am aufschlussreichsten. So konnte am Ende auf Grund der mir immer besser bekannt werdenden Liegenschaften der näheren Umgebung der wahrscheinliche Standort des Stammhauses definiert werden.
1849 werden unter der fortlaufenden Nr. 94 drei Liegenschaften im Besitze von (V8.6)Vögeli Georg, Gabriels sel. erwähnt:
A. Ein Wohnhaus Nr. 83,
B. Ein Stall Nr. 264 und
C. Ein Platz zum Haus(?) und Stall zugehörend (ohne Nr.) sowie
unter der fortlaufenden Nr. 95 ein kleines Stück Boden (Gärtchen), im Besitze von (V8.6)Vögeli Georg, Gabriels sel.
Anschliessend werden alle angrenzenden Liegenschaften erwähnt. Das erlaubte mir nun den Standort des Vaterhauses des Auswanderers genauer zu lokalisieren.
Ein Eintrag schien mir besonders interessant. Eine benachbarte hintere Behausung 96A lag im so genannten Schiesserhaus. Der Standort des Hauses mit diesem markanten Namen musste doch in Erfahrung gebracht werden können.
Beil.9.La_3.1.94-95.Grundb.Frage1849.xls
Beil.9.La_3.1.94-101.Grundb.Frage1849.xls
4.12.3.6. Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849. (Bibl, Nr. 90 VII)
Es wurden aus dem Grenzbeschrieb vorallem jene Stellen bearbeitet, die eine Aussage bezüglich der Nachkommen der Familie von V7.2,V128/H36Gabriel Vögeli-Heiz vermuten lassen.
Im regulierten Grenzbeschrieb wurden so viele Angaben aufgelistet dass sie sich über zwei nebeneinander liegende Blätter erstrecken.
Spalte A: "Ortschaften des Wahltagwen", wo sich die aufgeführte Liegenschaft befindet.
Spalte B: "Fortlaufende Nrn, der Liegenschaften". Es sind dieselben Liegenschaftennummern wie sie auch im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti. 1849" in Spalte A und E, im "Register der Wahlgemeinde Rüti 1848", in der Spalte I und im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti. 1854-1864" in der Spalte B und C aufgeführt sind.
Spalte C: "Benennung der Gegend wo dieselben liegen". Hier werden Flurnamen genannt, wo die Liegenschaften liegen.
Spalte D: "Benennung und Beschreibung der Liegenschaften". Es werden die Namen der Güter genannt. Die bezeichneten Gebäudenummern, haben aber keinen Zusammenhang mit den Liegenschaftennummern von Spalte B.
Spalte E: "Sämtliche Anstösser an die Liegenschaft, der Reihe nach aufgenommen, mit deutlicher Angabe des Namens und Geschlechts sowie der Benennung der anstossenden Grundstücke". Die hinter den Liegenschaften angeführten Zahlen verweisen auf die Liegenschaftennrn. in Spalte B und sind dieselben Liegenschaftennrn. wie sie auch im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti. 1849" in Spalte A und E, im "Register der Wahlgemeinde Rüti 1848" in der Spalte I und im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti. 1854-1864" in der Spalte B und C aufgeführt sind.
Spalte F: Verweist auf die digitalen Aufnahmen der Quellen (wurde nicht konsequent vollständig aufgeführt)
Spalte G: "Name und Wohnort des Besitzers der Liegenschaft". In einigen Fällen ist auch der Rechtsvertreter aufgeführt.
Spalten H -L: Sind für diese Studie nicht von Interesse.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
In dieser Tabelle erscheint erstmals dieselbe fortlaufende Nummerierung der Liegenschaften wie in den "Fragen zum Grundbuch". In der Spalte Ortschaften sind später mit roter Farbe die Nummern 182 und 183 hinzugefügt worden, der Sinn dieser Nummern habe ich nicht erkannt.
Unter der fortlaufenden Nummer 94 werden im Dorf
ein Wohnhaus Nr. 83 und
ein Stall Nr. 264 sowie nicht nummeriert,
etwas Platz zum Haus und Stall im Besitz von (V8.6)Vögeli Georg Gabrielen sel. aufgeführt.
Unter der fortlaufenden Nummer 95 wird im Dorf ein kleines Stück (Gärtli) ohne Liegenschaftennr. im Besitz von (V8.6)Vögeli Georg Gabrielen sel. aufgeführt.
Unter der fortlaufenden Nummer 115 wird auf den Meieneggli ein Gütli im Besitz von (V8.6)Vögeli Georg Gabrielen sel. aufgeführt. In der Spalte Ortschaften ist später mit roter Farbe die Nummer 184 hinzugefügt worden, der Sinn dieser Nummer habe ich nicht erkannt.
Die in der Spalte E aufgeführten, angrenzenden Nachbarliegenschaften trugen entscheidend dazu bei, den Standort des Wohnhauses der Eltern des Auswanderers zu lokalisieren.
Beil.9.La_3.2.Grenzb.1849.xls
4.12.3.7. Lagerbuch der Ortschaft Rüti. 1854-1864. (Bibl.Nr.168VII,26 Rüti II)
Frühester Eintrag 1854, spätester 1864. Wahrscheinliche Laufzeit 1854-64. Die erfassten Inhalte weichen vom Lagerbuch 1831-1852 nur wenig ab und brachten keine wesentlichen neuen Erkenntnisse.
Spalte A: "Ortsbezeichnung", wo sich das versicherte Gebäude befindet. Dabei werden einerseits Gemeindeteile oder auch Flurnamen verwendet. Eine klare systematische Verwendung der Begriffe ist nicht ersichtlich.
Spalte B: "Nr." Offenbar die Nummer des Gebäudes. Die Nummerierung deckt sich weder mit der "Cadastererhebung von 1780" noch mit dem eigentlich vergleichbaren "Haupt Lagerbuch über die Brandversicherungs-Anstalt, betr. Rüti-Enethlinth, 1831-1852".
Zudem kommen im Bereich der Nr. 29-38, sowie Nr. 56-58 die Nummern doppelt vor, es scheint, dass das Gebiet Enetlinth mit eigener Nummerierung versehen wurde. In der Tabelle werden diese doppelt aufgeführten Nummern von mir mit einem (2) ergänzt.
Diese Nummerierung deckt sich auch nicht mit dem "Register zum Liegenschaften Protokoll von 1843" dem im "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti. 1849" und dem Dokument "Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849".
Spalte C: "Bezeichnung des Gebäudes", umschreibt den Typ des Hauses, seine Art, wie Wohnhaus, Behausung, Einhausung, Stall und teilweise dessen Lage und in wenigen Fällen gewerbliche Bauten. Oft gibt es Hinweise, an welche Bau Nr. es angebaut ist. Die Nummer bezieht sich auf die Nummer in der Spalte B.
Spalten D: Erhält Angaben über die "Art der Bedachung", dies ist für unsere Untersuchung nicht relevant.
Spalten E: Enthält den jeweiligen "Eigentümer"
Spalte F: "Assekuranzwertschätzung und Aufschatzungswerte".
Spalte G: Daten von Aufschatzungen, Kauf usw.
Spalte H: Hinweise auf digitale Aufnahmen, hier nicht relevant
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
Im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti von 1854-1864" erscheinen wieder völlig andere Benennungen und Ordnungszahlen.
In der Zeile Nr. 168 wird im Gebiet Gässli unter der Nr. 141 ein Haus und
in der Zeile Nr. 171 wird im Gebiet Gässli unter der Nr. 142 ein Stall an Nr. 141 im Besitz von (V8.6)Vögeli Georg Gabrielen sel. aufgeführt, was die bisherigen Ermittlungen bestätigte.
Beil.9.La_5.Lag.07-165.xls
4.12.3.8. Assekuranz Lagerbuch Rüti. 1865-1894. (Bibl.Nr.167VII)
(Beginnt 1865 und endet ca. 1894)
Die erfassten Inhalte weichen von den Lagerbüchern 1831-1852 und 1854-1864 nur wenig ab, und brachten keine wesentlichen neuen Erkenntnisse.
Spalte A: "Ortsbezeichnung", wo sich das versicherte Gebäude befindet. Dabei werden einerseits Gemeindeteile oder auch Flurnamen verwendet. Eine klare systematische Verwendung der Begriffe ist nicht ersichtlich.
Spalte B: "Nr." Offenbar die Nummer des Gebäudes. Die Nummerierung deckt sich weder mit der "Cadastererhebung von 1780" noch mit dem eigentlich vergleichbaren "Lagerbuch von 1831 -1852" oder dem "Lagerbuch der Ortschaft Rüti 1854-1864".
Diese Nummerierung deckt sich auch nicht mit dem "Register zum Liegenschaften Protokoll von 1843" oder dem "Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti. 1849" und dem Dokument "Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti, betreffend d.d. 3. u. 4. Mai 1849".
Spalte C: "Bezeichnung des Gebäudes" umschreibt den Typ des Hauses, seine Art, wie Wohnhaus, Behausung, Einhausung, Stall und teilweise dessen Lage. Oft gibt es Hinweise an welche Bau Nr. es angebaut ist. Die Nummer bezieht sich auf die Nummer in der Spalte B.
Spalten D: Enhält Angaben über die "Art der Bedachung", dies ist für unsere Untersuchung nicht relevant.
Spalten E: Enthält den jeweiligen "Eigentümer".
Spalte F: "Assekurantwertschätzung und Aufschatzungswerte".
Spalte G: Daten von Aufschatzungen, Erbteilung, Kauf usw.
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
Im "Lagerbuch der Ortschaft Rüti von 1865-1894" erscheinen wieder völlig andere Benennungen und Ordnungszahlen.
Im Gebiet im Gässly wird unter der Ordnungsnr. 110 ein Wohnhaus an Nr. 111 und
unter der Ordnungsnr. 111 ein Stall an Nr. 110 im Besitz von (V230/V180.2)Vögeli Jakob, Tagwenvogt von Rüti erwähnt.
Noch vor dem Tod von (V8.6)Vögeli Georg Gabrielen sel. im Jahr 1875 kaufte (V230/V180.2)Vögeli Jakob gemäss Grundbucheintrag 1863 Haus und Stall.
1880 wird im Assekuranz Lagerbuch ein Aufschub erwähnt und nach dem Tod von (V230/V180.2)Vögeli Jakob 1891 wird die Nachlassenschaft des Obigen als Besitzer aufgeführt. Im Grundbuch wird dann 1898 ein Kauf durch Heiz Paulus erwähnt.
4.12.3.9. Register der Wahlgemeinde Rüti 1896. (Bibl. 305 VII)
Aus diesem Register beschränkte ich mich hauptsächlich auf die Analyse von Eintragungen über die Familien Dürst, Heiz, Kundert, Schindler und Vögeli, bei denen ein Zusammenhang mit unseren Nachkommen am wahrscheinlichsten sind.
Spalte A: Enthält eine "fortlaufende Nrn.", die wieder keinen Bezug zu anderen Nummerierung in anderen Quellenwerken hat.
Spalte B - C: "Geschlechts- und Taufname" des Eigentümers.
Spalte D: Enthält "Amt, Beruf" oder Unterscheidungsname des Eigentümers.
Spalte E: Enthält "Name des Vaters", dessen Titel oder Beruf. Das Kürzel "sel." hinter dem Namen weist darauf hin, dass im Zeitpunkt der Erhebung der Vater bereits gestorben ist.
Spalte F: "Nähere Bezeichnung der Örtlichkeit".
Spalte G: "Wohnort des Eigentümers".
Spalte H: "Heimatort des Eigentümers".
Spalte I: "Name der Liegenschaften", die demselben Eigentümer zugehören.
Sie sind nur mit Namen bezeichnet, Liegenschaftennummern fehlen.
Spalten J - N: Eintragungen im Grundbuch.
Spalte J: Eintrag in welchem Grundbuchband und
Spalte K: unter welcher Nr. er erfolgte
Spalte L: "neuer Besitzer (bei Handänderung)"
Spalte M: Nummern der Pfandtitel
Für die Stammhaussuche interessierenden Informationen in der Exceltabelle:
In den Zeilen 55, 56 und 57 ist unter der Ordnungsnr. 10 Heiz, Heiz Paulus, des Johann Jakobs sel. 1896 als Besitzer von einem Wohnhaus Nr. 94, dem Gut Durnagel Nr. 98, dem Gut Meieneggli Nr. 108 und in Zeile 60 dem Gütli Hüöbli Nr. 110 aufgeführt.
In den Zeilen 72, 73 und 74 ist unter der Ordungsnr. 14. Heiz, Heiz geb. Vögeli, Rosina des Landwirt Paulussen Witwe, 1936 als Besitzerin des Wohnhauses Nr. 94 aufgeführt.
In den Zeilen 238 und 239 ist unter der Ordnungsnr. 1. Vögeli, Nachlassenschaft des Tagwenvogt Jakob selig, ein Wohnhaus Nr. 94 aufgeführt, ohne Jahreszahl.
Beil.9.La_6.Reg.1896.xls
4.12.4.1. Überlagerung des Balkendiagrammes der potentiellen Erben mit den Resultaten aus den vorangegangenen Untersuchungen.
Das Balkendiagramm das alle potentiellen Erben und Eigentümer, über den ganzen Zeitraum von 1765 bis 1980 darstellt, überlagerte ich mit allen Zeitpunkten oder Zeitabschnitten und deren massgebenden Aussagen das jedes einzelne Quellenwerk darüber enthielt.
Die massgebenden Zeitpunkte (Datum als farbige Linien) oder Zeitabschnitte der ausgewählten Quellenwerke (Vom Jahr x bis Jahr y als farbige Felder) überlagerte ich dem ganzen Balkendiagramm. So konnte ich darstellen, welcher Nachkomme wann und wo als potentieller Eigentümer der gesuchten Stammliegenschaft in Frage kommt wie sich dies aus den Quellenwerken herauslesen liess.
Folgende Zeitpunkte oder Zeitabschnitte überlagerte ich in farbiger Darstellung dem Balkendiagramm:
Chronologisch geordnet:
Gelb: Beil.9.La_7 Cadasterbuch von Reuti Zeitpunkt 1780
Hellbraun: Beil.9.La_1 Lagerbuch Zeitabschnitt 1831 - 1852 ev.54
Hellblau: Beil.9.La_2 Liegenschaftenprotokoll Zeitpunkt 1843
Hellgrün: Beil.9.La_4. Register d. Wahlgemeinde Zeitpunkt 1848
Gelb: Beil.9.La_3.1 Fragen z. Grundbuch Zeitpunkt 1849
Beil.9.La_3.2 Grenzbeschrieb z.Grundb. Zeitpunkt 1849
Hellgrün: Beil.9.La_5 Lagerbuch Zeitabschnitt 1854 bis 1864
Violett: Beil.9.La_9 Lagerbuch Zeitabschnitt 1865 bis 1894
Hellblau: Beil.9.La_6 Register d. Wahlgemeinde Zeitpunkt 1896
Beil.9.La_091232_4_StammbäumeVögeli.xls
4.12.4.2. Suche nach potentiellen Eigentümern in den Quellenwerken
Bei der tabellarischen Darstellung aller Resultate aller Quellenwerke in einer Exceltabelle wurden diese in chronologischer Reihenfolge der jeweiligen Datenerfassung aufgenommen. Die Titel der Quellenwerke sind in der Tabelle alle so ausführlich benannt wie sie im Bibliotheksverzeichnis registriert sind.
7. Cadaster der Gemeinde Reütj mit Braunwald, 1780
1. Hauptlagerbuch über die Brandversicherungs-Anstalt, betr. Rüti-Enethlinth,
1831 bis 1852 (ev. bis 54)
2. Register zum Liegenschaftenprotokoll des ehrsamen Tagwen Rüti 1843
4. Register der Wahlgemeinde Rüti 1848
3.1 Frageheft über das Grundbuch vom Tagwen Rüti 1849
3.2 Regulierter Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti 1849
5. Lagerbuch der Ortschaft Rüti 1854 bis 1864
9. Assekuranz Lagerbuch Rüti 1865 bis 1894
6. Register der Wahlgemeinde Rüti 1896
Erklärungen zu den in den Tabellen aufgeführten Spalten A - P
Spalte A: In dieser Spalte sind vor der Zeile der einzelnen Familienmitglieder (meist Ehepaare), seien dies nun direkte Nachkommen oder angeheiratete Ehefrauen oder Ehemänner, mit einer, zwei oder drei kleinen Zahlen angegeben, in welchen Zeilen im Balkendiagramm der Stammbäume aller nicht ausgewanderten Nachkommen dargestellt sind, die entsprechende Person vorkommt.
(Beil.9.La_091232_4_StammbäumeVögeli.xls)
Eine einzige Zahl weist darauf hin, dass diese keine Nachkommen haben oder dass sie nicht weiter verfolgt wurden. Zwei Zahlen nacheinander weist darauf hin, dass die Person eine Familie gegründet hat und Nachkommen erzeugt hat. Drei Zahlen hintereinander bedeutet, dass es sich um eine dritte Generation handelt.
Spalte B: Nach einer Überschrift, die auf die Quelle der Information und deren Erfassungszeit hinweist, folgen darunter jeweils jene Personen, in Ehepaaren zusammengefasst, die in jenem Zeitpunkt oder Zeitabschnitt möglicherweise hätten Eigentümer der Stammliegenschaft sein können.
Spalte C: Die Hinweise z.B. K154, V122 etc. geben die Familiennummer an, unter welcher die Väter der aufgeführten Personen im Genealogienwerk der Gemeinde Rüti gefunden werden können.
Z.B. ist K die Abkürzung für Kundert, V jene für Vögeli etc.
Spalte E: Hier werden der Vorname und das Todesjahr des Vaters aufgeführt um Verwechslungen zu vermeiden.
Spalte F: Sie gibt die Lebensspanne der vorne angeführten Person an
Spalten G bis O: Dort sind alle untersuchten Quellenwerke 1, 2, 3.1, 3.2, 4, 5, 6, 7, 9, aufgeführt. Die Kreuze in den Spalten verweisen auf jene Quellenwerke hin, in denen über die in dieser Zeile aufgeführte Person weitere Angaben zu finden sind.
Ein fettes Kreuz verweist auf eine Erwähnung im behandelten Abschnitt. Ein dünnes Kreuz auf Erwähnungen in einem der anderen Quellenwerke.
Mit dieser Untersuchung habe ich versucht, herauszufinden, welche Liegenschaften im Eigentum von Nachkommen des Vaters der Auswandererfamilie waren.
Leider war es nicht möglich schlüssige Bezüge unter den verschiedenen Quellen 1 - 9 herzustellen, da in jedem Quellenwerk andere Angaben registriert wurden und da die Ordnungsnummern, Hausnummern, Liegenschaftennummern und Parzellennummern, selbst die Liegenschaftennamen und Flurnamen in den Werken meist nicht übereinstimmen.
Ich konnte trotz dem bisherigen riesigen Aufwand mit der Analyse der Quellenwerke den Standort der Liegenschaft nicht eindeutig identifizieren, die nach dem Tod von (V7.2)Gabriel Vögeli im Jahr 1815 im Besitz seiner Erben gelegen hätte und nach dem Tod der Witwe 1827 einem der überlebenden Kindern weitervererbt worden wäre.
Nachdem ich, dank Auskünften aus dem Grundbuch und Hinweisen aus dem im nächsten Kapitel erwähnten Bericht über die Gemeinde Rüti die gesuchte Liegenschaft endlich ermitteln konnte, markierte ich in den Quellenwerken nachträglich alle jene Zeilen gelb, die mir dennoch wesentliche Informationen zu den Eigentumsverhältnissen und zur Besitzesfolge verschafft haben.
Beil.9.La_091231_1.4.Stammh.Pot.Eig.xls
Beil.9.La_091231_1.Liegenschaften.xls
Beil.9.La_091231_2.Namenliste.ABC.xls
4.12.5.0. Eine interessante Untersuchung hilft weiter: "Bericht über die Gestaltung des Strassenraumes von Rüti", aus den Neunzigerjahren.
Das folgende Kapitel stützt sich teilweise auf diesen von der Beglinger Grünplanungs AG und unter der Mitwirkung von weiteren Planungsfachleuten mitverfassten Bericht. Er lässt verschiedene Zeitzeugen zu Worte kommen und enthält viele Informationen über die Entwicklung der Gemeinde Rüti. (Nachfolgend sinngemäss und teilweise gekürzt zitiert)
Im 16. und 17. Jahrhundert kam Rüti eine bedeutende Stellung im Grosstal zu.
Obwohl Rüti keine eigene Kirche besitzt, war die kirchliche Position Rütis, zusammen mit Betschwanden, der Standortgemeinde der Kirche, bedeutend. Der Pfarrer und das Kirchenregiment fanden sich in Rüti. Rüti stellte 1533 drei Mitglieder des Kirchenrates, während Hätzingen, Diesbach und Betschwanden nur je ein Mitglied abordnen durften.
Im 18. Und 19. Jahrhundert wurde das Dorf als das "arme Rüti" bezeichnet. Einziger Erwerb brachten Landwirtschaft und Heimspinnerei. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wirkte auf unselige Art, der "Vogt Humbel" genannte Kirchenvogt Johannes Kundert, als reichster Mann im Dorf. Er veranlasste 1797 den Verkauf des Anteils an der Alp Braunwald, aus dessen aufgeteiltem Erlös er sich die Schulden mit Provision, Zins und Zinseszins zurückzahlen liess. Braunwald gehörte seit dem 15. Jahrhundert zu Rüti und wurde 1939, mit Ausnahme des Armenwesens eine selbständige Gemeinde.
Um 1812 berichtet der Pfarrer Melchior Schuler von seiner Pfarrei zu der auch Rüti gehörte, dass ungefähr 450 Haushaltungen mit 2100 Seelen bestanden. Von diesen sind mehr als die Hälfte arm oder doch beinahe ohne Vermögen und in 87 Haushaltungen leben 390 Personen im eigentlichen Sinne blutarm. Unter diesen Armen hat es 150 Personen, welche zu keiner Arbeit taugen. 12 davon sind stumm, blind oder anderweitig schwer behindert. Viele können aus Mangel an Kleidung nicht zur Kirche oder Schule kommen, aber sehr viele welche ihre Kinder noch schicken könnten, versäumen es aus Liederlichkeit oder Rohheit.
Jede Haushaltung hatte im Durchschnitt etwa 200 Klafter, d.h. ca. 720 m2 Boden zum Pflanzen. Meistens wurden Erdäpfel gepflanzt, die auch gewöhnlich auch gedeihen. Aber zu viele bepflanzen ihren Boden schlecht. So lange sie haben, verbrauchen viele arme Haushaltungen ihre Erdäpfel ohne Sparen und trinken des Tages drei Mal Cichorienbrühe dazu. Jetzt aber, da man mit den Erdäpfeln zu Ende ist, leben viele von Griesmehl, woraus sie sich eine Art von Kuchen oder auch Mus kochen
Mehr als zweidrittel der Armen verfügen über keine eigenen Lebensmittel mehr und in wenigen Wochen werden alle ihre Erdäpfel aufgegessen haben. Den meisten bleibt dieses Jahr kein Same übrig, als einige Äuglein, die sie den Erdäpfeln ausstechen und als Samen aufbewahren, aus welchen es aber, wie die Erfahrung lehrte nur elende Früchte gibt, besonders wenn noch wenig Mist dazu kommt. Wird nicht von höherer Behörde dafür gesorgt, dass die Armen Samen erhalten, so kann dieses Jahr im Tal von den Armen nicht der vierte Teil des Bodens angepflanzt werden.
Im Jahre 1816, als unser Vorfahre auswanderte, war die Not so gross, dass die Allmend, einem seinerzeitigen Vorschlag von Pfarrer Jost Heer zufolge, zum grössten Teil in "Saaten" verwandelt wurde, damit auch jene Ärmsten Kartoffeln pflanzen konnten, die nicht über Vieh verfügten. So bestand während mehreren Jahrzehnten das Gebiet zwischen Schüttiruns und dem Durnagel aus Kartoffeläckern.
Um 1830 gab es in Rüti noch kein Haus mit viereckigen Fensterscheiben sondern nur sechseckige mit Bleifassung.
Um 1832 besuchten 144 Kinder den Schulunterricht, verteilt in drei Klassen.
Um 1833 wird das neue Schulhaus gebaut, vorher war der Spielhof das Zentrum. Im Jahre 1823 war die Ablösung von der Schulgemeinde Betschwanden erfolgt.
1846 Wird durch Joh. Jakob Becker die Textilfabrik gegründet. Er erhielt das Land kostenlos von der Gemeinde. 1847 wurden 14 Spinnstühle eingerichtet und 1851 kam die Weberei mit 60 Stühlen dazu. Bis 1864 stieg die Zahl der Beschäftigten auf 260 an. Der Lohn betrug für den 12 stündigen Arbeitstag 60 Rappen.
1853 Wurden zwei Dorfbrunnen gebaut. Vorher wurde das Wasser in der Linth und aus zwei anderen Wässerlein geholt.
1864 Anschaffung von zwei Laternen zur Strassenbeleuchtung für Nächte ohne Mondschein.
1879 Rüti erhält einen Bahnhof
1899 Der Industriebetrieb geht von Becker in den Besitz von Schuler & Cie über.
Die Dorfstrasse war zu allen Zeiten eng, das beweisen zwei Darstellungen aus dem Bericht von Melchior Schuler: Wenn die Stalltüre an gewissen Gebäuden längs der Strasse offen stand, musste der eidgenössische Postkutscher anhalten. Im Winter sprangen die Jungen zum Spiel und als Mutprobe von den Dächern in den Schnee. An einer Stelle konnten sie die Strasse überfliegen, indem sie auf der gegenüberliegenden Seite auf das tiefer liegende Dach sprangen.
4.12.5.1. Das Ortsbild von Rüti.
Rüti wird anfangs des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt und wird im 16. und 17. Jahrhundert ein blühendes Bergbauerndorf das im 18. Jahrhundert völlig verarmte. Infolge des Holzreichtums bestehen viele Blockbauten. Sie stehen auf engem Raum zusammengedrängt um möglichst den landwirtschaftlich nutzbaren Boden zu erhalten. Nach 1846 erweiterte sich das Dorf entlang der engen Dorfstrasse nördlich und südlich des alten Bestandes mit weiteren Wohnbauten und Industriebauten. (Auszug aus der Beschreibung aus dem ISOS Inventar für schützenswerte Ortsbilder)
Das Ortsbildinventar unterscheidet zwei Bereiche, eine Zone hoher Schutzwürdigkeit und eine Zone des Umgebungsschutzes.
4.12.5.2. Das Geburtshaus des Auswanderers Balthasar Voegeli.
1125.Beil.7.KPl Voeg.hausIn unmittelbarer Nähe des im Bericht zum Ortsbildinventar als Baudenkmal bezeichneten "Gruppe an der Geissgasse" vermutete ich unser gesuchtes Objekt, denn ganz oben am östlichen Dorfausgang der Geissgasse lag das als "Schiesserhaus" bezeichnete Objekt, Nrn.182/183.
Da im "Frageheft über das Grundbuch von 1849" festgehalten wurde, dass das Gebäude im Besitze von Georg Vögeli an das Saatengut grenze, liess ich mich dazu verleiten das nordöstlich hinter dem Schiesserhaus liegende Doppelgebäude mit den Nr. 185/186 als das gesuchte Objekt zu bezeichnen, denn dieses Gebäude grenzte damals, wie mir schien, an das von dort weg unbebaut sich erstreckende Landwirtschaftsland, das Saatengut. Voller Freude meldete ich unverzüglich dem Archivar des Landesarchivs Glarus, Beat Mahler das Resultat meiner mehrmonatigen Suchbemühungen. Er liess es sich nicht nehmen, meinen Befund während seiner Mittagspause persönlich in Rüti zu überprüfen. Nach kurzer Zeit bekam ich aber von ihm die enttäuschende Nachricht, dass das von mir bezeichnete Doppelgebäude mit den Nummern 185/186 erst nach 1850 erstellt worden sei. Meine Annahme sei deshalb falsch.
Nach kurzer Überprüfung meiner Unterlagen konnte ich aber feststellen, dass dieser Befund die Sache nur klärte. Denn wenn das Gebäude Nr. 185/186 im Jahr 1817 noch nicht erbaut war dann konnte es folglich nur noch das Gebäude mit den Nrn. 187/188 sein. Dieses erfüllte nun beide Kriterien. Es grenzte als einziges an das Schiesserhaus und an das dort nordöstlich angrenzende Saatengut. Als Hauseigentümer wird im Bericht über das Dorf Rüti ein P. Heiz genannt. Bei der Überprüfung aller potentieller Erben (und ihrer Ehegatten) der Nachkommen der in der Gemeinde Rüti gebliebenen Geschwister von (V8.4)Balthasar Voegeli, kam ein Paul Heiz vor, der war mit der potentiellen Erbin Rosina Heiz-Vögeli verheiratet. Paul Heiz-Vögeli starb 1936 und Rosina Heiz-Vögeli 1953.Nun konnte ich erstmals dem Grundbuchamt schriftlich eine ganz konkrete Frage stellen: War dieses Doppelgebäude mit Wohnhaus und angebautem Oekonomieteil nordöstlich der Geissgasse mit den Plannummern 187/188 einmal im Besitz von (V8.6)Georg Vögeli dem Bruder des Auswanderers (V8.4)Balthasar Voegeli.
Der Grundbuchverwalter Albin Hösli bat mich auf dem Grundbuchamt vorbeizukommen. Er zeigte mir das Folio der Liegenschaft Nr. 94. Darauf waren:
A. Ein Wohnhaus mit Nr. 83 187
B. Ein Stall mit Nr. 264 188,
C. Etwas Haus- und Stallplatz und
D. Die Hälfte von dem mit Nr. 97 gemeinsamen Platz
1128.L 143 Beil.5.Gr.B Q25.2K S1a, Grundbuchaus
1129.L 143 Beil.5.Gr.B Q25.2K S1b, Grundbuchauszug
Beil.5.Gr.B_187_188_Vög.Georg.xls
Beil.5.Gr.B_101106_Vög.Georg.xls
Beil.5.Gr.B_Q25.2K_S2a.jpg.xls
Beil.5.Gr.B_Q25.2K_S2b.jpg.xls
Im "Hauptlagerbuch über die Brandversicherungsanstalt von 1831-1852" (4.12.3.2.) findet sich "im Gässli" eine Gebäudenr. 83 im Besitz von Gabriel Vögeli sel. Nachlass. Dort ist auch aufgezeichnet, dass das Haus 1836 und 1846 im Besitz seines ältesten Sohnes (V8.6)Georg Vögeli lag.
Die Liegenschaftennr Nr. 94 kommt auch bereits im "Register zum Liegenschaftenprotokoll von 1843" (4.12.3.3.) und etwas später auch im "Register der Wahlgemeinde Rüti von 1848" (4.12.3.4.) vor.
Die gestrichenen Nr. 83 für das Wohnhaus und Nr. 264 für den Stall entsprechen den Nummern, die ich im "Frageheft über das Grundbuch 1849" (siehe 4.12.3.5.) und im "regulierten Grenzbeschrieb der Liegenschaften in der Wahlgemeinde Rüti von 1849" (siehe 4.12.3.6.) gefunden hatte.
Nun war der Beweis erbracht, dass diese Gebäude an der Geissgasse mit den neuen Nrn. 187/188 das Elternhaus des Auswanderers war.
Beil.7.K,Pl_Voeg.haus.jpgAuf dem Bild links steht zurückgesetzt von der Gaissgasse das kleine Holzhaus der Auswandererfamilie. Davor liegt ein kleiner Platz dwer im Eigentum der Nachbarhäuser ist. Bergseits des Hauses der Auswandererfamilie liegt das ebenfalls in Strickbauweise gebaute "Schiesserhaus".
Das Foto rechts zeigt das Strassenbild der Gaissgasse hinunter in Richtung Hauptstrasse. Darin ist ersichtlich dass das in Holz gebaute Schiesserhaus mit seiner Front vorne an der Gaissgass steht. Es bildet zusammen mit einem mehrheitlich aus Stein gebauten Nachbargebäude ein Doppelhaus.
Im Bild ist der an die Gaissgasse stossende Vorplatz vor dem Auswandererhaus ersichlich.
Auf dem Bild links ist eine Ansicht des Hauses der Auswanderer von nordosten her. Vorne gegen die Gaissgass liegt das Wohnhaus. Der niedere rückwärtige Anbau ist das zugehörige Stallgebäude.
Auf dem Bild rechts ist die Eingangspartie des Auswandererhauses abgebildet. Ob es sich bei diesem Gebäudeteil um einen jüngeren Anbau handelt ist noch nicht abgeklärt.
4.12.5.3. Die Besitzesfolge des Hauses von 1780 bis 1979 und bis heute.
Im Cadaster von 1780 ist im Fol.2 folgender Grundbesitz von (V6.6)Freibergschütz? Georg (Jörg) Vögeli, von Rüti, in Linthal, geb. 9.9.1739, gest. 24.10.1806, eingetragen:
Nro. 27 ein Guth Gliss
Nro. 28 ein Haus
Nro. 29 ein Garten
Ob diese oben erwähnte Liegenschaft Nro. 28 der im "Liegenschaftenprotokoll von 1843" erwähnten Liegenschaft entspricht ist nicht gesichert. Sicher ist aber, dass die Liegenschaft die im Besitz von (V8.6)Georg Vögeli-Kundert lag ein Erbe von (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz war, das er wahrscheinlich erst nach dem Tod seiner Mutter Dorothe Vögeli-Heiz 1827 antreten konnte. Es war das Jahr seiner Heirat mit Rosina Kundert.
1863 verkaufte (V8.6)Georg Vögeli-Kundert die Liegenschaft seinem Schwiegersohn Jacob Vögeli, der seit 1855 mit seiner jüngeren Tochter (VR9.6.2)Dorothea Vögeli verheiratet war.
1891 starb Jacob Vögeli-Vögeli. Seine Frau (VR9.6.2)Dorothea Vögeli-Vögeli lebte noch bis 1900. Doch schon 1898 kaufte ihr Schwiegersohn Paulus Heiz-Vögeli, der ihre jüngste Tochter Rosina Vögeli 1895 geheiratet hatte das Haus.
1936 starb Paulus Heiz-Vögeli, seine Frau (VR10.6.2.6)Rosina Heiz-Vögeli erbte das Haus.
1953 starb (VR10.6.2.6)Rosina Heiz-Vögeli.
1979 verkauften die Erben von (VR10.6.2.6)Rosina Heiz-Vögeli das Haus an Johann Zbinden-Hochwarter, und damit verliess das Stammhaus endgültig den Kreis der Nachkommen von (V7.2)Gabriel Vögeli-Heiz, dem Vater unseres Auswanderers (V8.4)Balthasar Voegeli.
2000 kaufte aus der Erbschaft seine Frau Margaretha Zbinden-Hochwarther das Haus.
Heute ist das Haus im Besitz von
Herr Oliver Höflich, Hänggistr. 6, Wilen 8232 Wollerau
Exceltabelle mit der Besitzesfolge: Beil.9.La_091232_5_StammbäumeVoegeli.xls