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4.11. Familie von (V10.8)Conny Voegeli-Günther nach der Russischen Revolution
4.11.1. Leben in der Schweiz
Im Laufe des Kriegsjahres 1917 reiste die ganze Familie von St. Petersburg oder Petrograd, zurück in die Schweiz, hielten sich aber an verschiedenen Orte auf, bis sie alle nach Zürich zogen.
Am 07.07.1917 wurde für Erika Voegeli beim Polizeiamt Rüti GL ein Heimatschein ausgestellt. (Papierordner-Quellen L_143_Q29KS.1.3).
Gemäss Attest des Bevölkerungsamtes der Stadt Zürich vom 17.11.2010 (Papierordner-Quellen L_143_Q29KS.2.2) werden folgende Aufenthaltsorte von Eugen Reinhold Constantin Vögeli angeführt:
Zuzug von Petrograd Russland, 19.06.1917. Er wohnte
- 19.06.1917 bis 30.07.1917 an der Seidengasse 9, 8001 Zürich
- 31.07.1917 bis 07.07.1919 an der Akazienstrasse 8, 8008 Zürich
- 08.07.1919 bis 26.05.1922 am Häldeliweg 18, 8044 Zürich
Am 26.05.1922 wird der Wegzug nach Riga verzeichnet.
Für seine Frau Hermine, Olga Vögeli-Günther werden folgende Aufenthaltsorte angeführt:
Zuzug von Lausanne Kt. Waadt, 12.07.1917. Sie wohnte
- 12.07.1917 bis 30.07.1917 an der Seidengasse 9, 8001 Zürich
- 31.07.1917 bis 07.07.1919 an der Akazienstrasse 8, 8008 Zürich
- 08.07.1919 bis 26.05.1922 am Häldeliweg 18, 8044 Zürich
Am 26.05.1922 wird der Wegzug nach Riga verzeichnet.
Für seine Tochter Erika Alexandra Vögeli werden folgende Aufenthaltsorte angeführt:
(Papierordner-Quellen L_143_Q29KS.5.0) Ankunft von unbekanntem Ort am 26.07.1917. Wohnhaft an der Adresse Chemin Alexandre-Vinet 25, P.A.Rigoni, 1004 Lausanne bis zur Abreise nach Zürich am 22.07.1918.
(Papierordner-Quellen L_143_Q29KS.2.1) Zuzug von Lausanne Kt. Waadt, Anmeldung in Zürich am 24.07.1918. Sie wohnte
- 24.07.1918 bis 07.07.1919 an der Akazienstrasse 8, 8008 Zürich, bei den Eltern
- 08.07.1919 bis 26.05.1922 am Häldeliweg 18, 8044 Zürich, bei den Eltern
Am 26.05.1922 wird der Wegzug nach Riga verzeichnet.
Conny holte gegen Ende Juni 1919 seine zwei Schwestern, (V10.3)Ella Voegeli-Beck und (V10.5)Auguste Voegeli, sowie seine Nichte (V10.6.1)Hansi Voegeli und seinen Vater (V9.4)Johann Balthasar Voegeli-Drescher am Bahnhof Zürich ab als sie mit einem Flüchtlingstransport von Riga nach Basel und von dort nach Zürich weitergereist waren. Seine Schwester (V10.4)Marie von Nolcken-Voegeli war mit ihm am Bahnhof. Sie war im Voraus in die Schweiz gekommen und möglicherweise bis dahin bei Conny und Lore untergebracht gewesen.
Nach der Rückkehr von Riga mit dem Flüchlingszug 1919 war (V10.6.1)Hansi Voegeli fast zwei Jahre, bei Onkel Conny und Tante Lore in Zürich, bis sie vor Pfingsten 1921 zu ihrer Mutter nach Riga zurückkehrte.
Gemäss Angaben von Ernst Probst (die nicht korrekt sein können), habe (V10.8)Eugen Reinhold Constantin Voegeli-Günther für seine vier Schwestern (V10.2)Johanna Amalia von Radecki-Voegeli (Hanna), (V10.3)Anna Elisabeth Voegeli-Beck (Ella), (V10.4)Maria Theophila von Nolcken-Voegeli (Marie) und (V10.5)Augusta (Gustchen) Voegeli, 1918 das Sunnahüüsli in Braunwald gekauft. Das entspricht aber nicht den Tatsachen, da sie ja erst im Juni 1919 im Sackhüüsli einzogen und gemäss Grundbuch das Bauland für das Sunnahüüsli erst 1924 erworben haben und das Sunnahüüsli darauf 1925 in einer ersten Bauetappe erstellt wurde.
(V10.2)Johanna Amalia von Radecki-Voegeli (Hanna), war bis 1936 in Riga wohnhaft geblieben. Die Flüchtlinge, das waren nur die zwei Schwestern, (V10.3)Anna Elisabeth Beck-Voegeli (Ella) und (V10.5)Augusta (Gustchen) mit ihrem (V9.4)Vater Johann Balthasar Voegeli-Drescher.
(V10.4)Maria Theophila von Nolcken-Voegeli (Marie) war, wie oben erwähnt, schon vorher in die Schweiz gekommen. Aber die drei wohnten zusammen von Ende Juni 1919 bis 1925 im Sackhüüsli, dem ehemaligen Bergschulhäuschen das ihnen von ihrer Heimatgemeinde Rüti als Flüchtlingsunterkunft zugewiesen worden war. Darin bestand früher auch eine bescheidene Lehrerwohnung, bis neben dem neuen Schulhaus das neue Lehrerwohnhaus erstellt worden war. In diesem Sackhüüsli betrieben sie nun zusammen das Kaffeestübli.
Vieles im Lebenslauf von Conny und Lore bleibt dennoch verborgen.
Gemäss dem Archives Federales suisses in Bern. Vol 20, dossier C.R. Voegeli (1925-1931) sind einige Briefe und Dokumente erhalten geblieben.
(siehe Papierordner Originale L_143_Q29KS.4.1 - 4.10.2)
4.11.2. Rückkehr ins Baltikum
Nach seiner Rückkehr nach Riga 1922 war er für verschiedenste Firmen der Elektro-, Maschinen- und Textilindustrie tätig. Vor allem war er für die Lieferung von Ersatzteilen und Ausrüstungsgegenständen besorgt, aber auch für die Bezahlung von ausstehenden Forderungen. Er besuchte die Messen im Baltikum und vertrat dort seine Schweizer Handelspartner. Das geht aus verschiedenen erhaltenen Briefen hervor.
1000.1.(V10.8)Conny Voegeli-Günther ca. 1930 im BaltikumIn einem Brief vom 15.12.1931 von Const. Voegeli, Ingenieur, Kl. Sandstrasse 12 Riga
an Tit. Schweizerisches Konsulat bittet er um Unterstützung für die Einforderung von ausstehenden Beträgen:
"Nachfolgend sende ich Ihnen eine Aufstellung von Lieferungen schweizerischer Firmen an Abnehmer in Lettland deren Zahlungen fällig geworden sind, für die jedoch die Genehmigung der Valuta-Kommission bisher aussteht. Ich ersuche sie höflichst, zuständigen Orts geeignete Schritte zu unternehmen, damit die Lieferanten ehestens in den Besitz der ihnen zukommenden Beträge gelangen. Für Ihre Mühe im voraus verbindlichst dankend bitte ich Sie den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung entgegenzunehmen. Constantin Voegeli"
Dem Brief liegt eine Aufstellung der Firmen bei, die eine Zahlung zu gut haben:
- Maschinenfabrik Rüti vorm. Caspar Honegger, Rüti Zürich (Tot. Sfr. 2'408.30)
- Müller Staub Söhne, Zürich (Tot. Sfr. ca. 7'000.00)
- Graf & Cie mech. Cardenfabrik, Rapperswil, St. Gallen (Tot. Sfr. 4'177.00)
- Wegmann & Cie A/G. Baden (Tot. Sfr. 2'539.50)
- Gebr. Stäubli & Co. Horgen (Tot. Sfr. ca. 3'000.00)
- H. Bodmer & Co. Zürich (Tot. Sfr. ca. 38'000.00)
1006.1.(V10.8.1)Erika Voegeli ca. mit 15 Jahren in RigaAuf einer Postkarte vom 22.01.1932 an das Schweizerische Konsulat in Riga meldet er seine neue Geschäftsadresse in Riga:
Const. Voegeli, Ing. Technisches Büro, Vertretungen,
Tel. 23677 Telegramme: Voegeli-Riga.
ab 01.02.1932: Valnu iela (Wallstrasse) 2, Riga Lettland
In einem Brief vom 20.08.1934, an Schweizerisches Konsulat in Riga bittet er um Beglaubigung in lettischer Sprache, dass sein Familienname nur in dieser Form "Voegeli" gilt und zwecks Registrierung der Firma "Papiru un Kartona Rupniecibas Sabiedriba C. Voegeli un Biedris" bei den Handelsregisterrichtern in Riga, bezw. in Liepaja.
Mit Briefen vom 31.08.1934, vom 22.06.1935, vom 11.09.1935 und Brief vom 24.10.1935 an das Schweizerisches Konsulat in Riga, bittet er um Kenntnisnahme des Auftrages an die Firma Grob & Co. AG, Horgen, im Rahmen des Kompensationsverkehrs Schweiz-Lettland.
Mit Briefen vom 22.10.1935 und vom 24.10.1935, an das Schweizerisches Konsulat in Riga, bittet er um Kenntnisnahme des Auftrages an die Firma Walter Bickel, Thalwil und Firma Gebr. Stäubli & Co. Horgen, im Rahmen des Kompensationsverkehrs Schweiz-Lettland.
Gemäss einer Postkarte war er 1935 in Riga an einer Messe, worin er sich über die schlechten Geschäfte beschwerte.
4.11.3. Definitive Rückkehr in die Schweiz
Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges bemühten sich seine Schwestern aus Braunwald mit Datum vom 21.09.1939 beim Generalkonsulat in Riga für ihren Bruder dringend um ein Einreisevisum in die Schweiz.
"Akte mit Stempel und Datum vom 21.09.1939, vom Konsulat betr. Voegeli Braunwald, Einreise geordnet".
Erhalten ist ein Telegramm von Braunwald an das Generalkonsulat in Riga:
= ERSUCHE DRINGEND INTERVENTION AUSSENMINISTERIUM WEGEN EINREISEVISUM KONSULAT BERN VERMISST TELEGRAPHISCHE ANTWORT = VOEGELI
1007.1.(V10.8)Eugen Reinhold Constantin Voegeli-Günther (Conny)1930A
1008.1.(Gü4.7)Olga Hermine Voegeli-Günther (Lore) 1930ber er bleibt offenbar mit seiner Familie bis im September 1940 in Riga, denn gemäss Attest der Gemeinde Küsnacht vom 04.08.2009 werden für den Aufenthalt von Conny und Lore Voegeli-Günther in Küsnacht folgende Wohnungsadressen angegeben: (L_143_Q29KS.3.1)
- 24.09.1940 Zuzug von Riga
- 24.09.1940 bis 14.05.1947, Mittelfeldstrasse 7 in 8700 Küsnacht.
- 14.05.1947 bis 06.05.1952, Seestrasse 57 in 8700 Küsnacht
- 06.05.1952, Wegzug nach Stäfa
1009.1.Erika Alexandra Voegeli (Erika) 1930Für ihre Tochter Erika Voegeli werden folgende Wohnungsadressen angegeben:
- 24.09.1940 Zuzug von Riga
- 24.09.1940 bis 29.04.1942, Mittelfeldstrasse 7 in 8700 Küsnacht.
- (29.04.1942 bis 22.09.1942, in Lenzerheide Kt. GB, Erholungsurlaub?)
- 22.09.1942 bis 14.05.1947, Mittelfeldstrasse 7 in 8700 Küsnacht
- 14.05.1947 bis 06.05.1952, Seestrasse 57 in 8700 Küsnacht
- 06.05.1952, Wegzug nach Stäfa
Auch gemäss Grundbuch GL, Beleg, Nr. 577, (Q24KS S.1-2) ist Conny am 16.07.1941 an der Mittelfeldstrasses 7 in Küsnacht und gemäss Grundbuch GL, Beleg Nr. 1460, (Q24KS S.1-2) am 07.11.1951 an der Seestrasse 57 in 8700 Küsnacht wohnhaft.In den Akten der Gemeinde Stäfa ist vermerkt, dass die Tochter von (V10.8)Conny Voegeli-Günther, Erika Voegeli geb. 08.06.1906 in Wladiwostok, mit der Familie am 24.09.1940 von Riga nach Küsnacht zog.
Vor ihrem Umzug, zusammen mit den Eltern, von Küsnacht nach Stäfa soll sie als Hausbeamtin bei Dr. Brupbacher gearbeitet haben, wie lange, ist unbekannt.
Gemäss derselben Akte der Einwohnerkontrolle Stäfa, erfolgt am 09.05.1952 die Anmeldung in Stäfa nach einem Umzug von Küsnacht ZH nach Stäfa ZH, Freihof bei Geschw. Krauer.
Am 18.07.1957 stirbt (V10.8)Eugen Reinhold Constantin Voegeli-Günther in Stäfa.
Am 01.11.1961 zieht die Witwe (Gü4.7)Hermine Olga Voegeli-Günther mit ihrer Tochter Erika Voegeli an die Bahnhofwiese 4, Bau AG, Stäfa.
Von 1967 gibt es ein Bild anlässlich eines Besuches von (Gü4.7)Lore Voegeli-Günther und (V10.8.1)Erika Voegeli bei ihrer seit 1952 verwitweten Nichte (V10.6)Johanna Lilly Feldmann-Voegeli (Hansi). Sie war mit ihrem Mann Dr. Alfred Feldmann-Voegeli im September von Höngg nach Wettswil a. Albis zusammen mit allen ihren acht Kindern in ein ehemaliges Bauernhaus umgezogen war. Ihre Mutter, (Gü4.3)Wilhelmine Lilly Antonie Voegeli-Günther (Toni) war nach ihrer Rückkehr aus dem Baltikum bis zu ihrem Tod 1958 in ihrem Haushalt geblieben.
4.11.4. (V10.8.1)Erika Voegelis Heirat im Altersheim Lanzeln in Stäfa 1020.1.Das Brautpaar (V10.8.1)Erika Voegeli und Gottlieb Schenk vor dem Zivilstandsamt 1972N
1022.1.(V10.8.1)Erika Schenk-Voegeli mit Gottlieb Schenk-Voegeli nach der Einsegnung 1972ach dem Tod ihrer Mutter am 19.11.1970 (Papierordner Quellen Q29KS.1.1), zog Erika Voegeli am 18.12.1971 ins Altersheim Lanzeln in Stäfa. Am 10.01.1972 zog Gottlieb Schenk (a. Garderobier), geb. 23.12.1903 in Oberönz BE, bisher wohnhaft in Thun BE, auch ins Altersheim Lanzeln Stäfa.
Die zwei entflammten in Liebe derart, dass es der Altersheimleitung unschicklich schien, dieses Verhältnis unter ihrem Dach ohne kirchlichen Segen zu dulden. Aus diesem Grund erfolgte ihre Heirat am 26.10.1972 im Altersheim Lanzeln in Stäfa. Nach der zivilen Trauung auf dem Standesamt von Stäfa erfolgte die feierliche Einsegnung durch Pfarrer Middendorph im Fernsehraum des Altersheimes Lanzeln in Stäfa. Sie wohnten beide anschliessend noch einige Zeit glücklich im Alterheim Lanzeln und zogen an einem unbekannten Datum ins Alters- und Pflegeheim Maiengarten, Gündlikon 21, 8543 Bertschikon, wo sie bis zu ihrem Hinschied blieben. Gottlieb Schenk-Vögeli starb am 21.02.1983 und Erika Schenk-Vögeli am 17.03.1985.
Eine Anfrage beim heutigen Verwalter des Altersheimes, Alfred Wehrli, der die Leitung von seinem 1986 verstorbenen Vater übernommen hat ergab, dass im Archiv keinerlei persönliche Materialien oder Daten vorhanden sind über die wir nicht bereits verfügen.